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  • Albanien 6

    Wiedersehen und Abschied

    Leider bremste uns ein wenig der Weg aus, der zwar wunderschön schön, aber auch wieder wirklich hart war.

    Aber als wir die letzte verschlammte Kurve nahmen, konnten wir am Rand schon den weißen Land Cruiser der beiden Holländer entdecken. Und dahinter einen zweiten. Der gehörte dem australischen Pärchen, das die Beiden in Himare aufgegabelt hatten und mit dem sie seitdem unterwegs waren.

    Die Wiedersehensfreude war riesig und wir hatten viel zu erzählen über die vergangenen zehn Tage Solofahrt. Wir campten zusammen am Osum Fluss. An der Stelle, an der wir standen, konnten wir noch im Fluss baden, unser Trinkwasser holen und abspülen.

    Keine 500 Meter weiter öffnete sich ein gigantischer Canyon, die Osum Schlucht. Eines der Wahrzeichen Südalbaniens und einer der bekanntesten Touristenmagneten.

    Auch wir machten uns am nächsten Morgen zu einer Fahrt entlang des Canyon auf, um den atemberaubenden Anblick zu genießen. Vollendet wurde er natürlich mit ein paar Rundflügen mit der Drohne, die nochmal ganz besondere Einblicke verschaffte, die man so nie sehen würde.

    An Mittag teilten wir uns auf, wir fuhren mit den Holländern in Richtung Tomorri Gebirge, in dem der höchste mit einem Fahrzeug befahrbare Punkt Albaniens liegt, die Australier wollten am Nachmittag nachkommen und uns dann treffen.

    Der Punkt, auf 2379 Metern Höhe gelegen, beherbergt ein altes Kloster und ohne Geländewagen war er kaum zu erreichen. Wir kämpften uns den Berg hinauf, immer wieder peitschte der Wind sintflutartige Regengüsse über uns hinweg. Es war wirklich harte Arbeit und jeder Höhenmeter ein Kraftakt. Wir kamen bis knapp 2200 Meter, dann versperrte uns eine Schneezunge die Fahrbahn.

    Es gab kein Weiterkommen mehr. Der Schnee war zu hoch, die Überquerung zu gefährlich, denn wenn ein Fahrzeug ins rutschen gekommen wäre, hätten wir es im Tal 2000 Meter tiefer aus irgendeinem Baum kratzen können.

    So entschieden wir uns schweren Herzens, den Rückzug anzutreten.

    Keine 500 Höhenmeter unter uns trafen wir auf die Australier, die uns einholen wollten. Nach kurzer Lagebesprechung entschieden wir uns weiter zu fahren, die Beiden wollten es noch versuchen die Schneezunge zu überwinden.

    Wir hatten gerade das Camp aufgebaut, da sahen wir die Zwei zu uns heranrollen. Auch sie hatten es nicht geschafft.

    Wir bauten eine provisorische Wagenburg, denn es regnete unentwegt und unter unseren gemeinsam verknüpften Markisen war es wenigstens trocken.

    So verbrachten wir den letzten gemeinsamen Abend, denn am Morgen stand schon wieder der Abschied an. Wir würden weiter nach Süden fahren, die anderen diskutierten noch, ob es eher nach Westen ans Meer oder doch nach Norden Richtung Berat gehen sollte. Wie dem auch sei, diesmal würde es ein endgültiger Abschied werden.

    Regen, Regen, Regen

    Auch der nächste Morgen war überschattet von dicken Regenwolken , die ihre feuchte Ladung auf die Landschaft abluden. Es regnete in Strömen und der Wetterbericht prophezeite, dass es den ganzen Tag so weiter gehen sollte. Somit nutzen wir den Tag als Fahrtag und machten uns auf in den Bredhi i Hotoves Nationalpark.

    Dort sollte es laut den Anderen echt wunderschöne Pisten, Natur und Stellplätze geben.

    Natur stimmte, Pisten waren… naja… wetterbedingt nicht gerade optimal und die Stellplätze eher schwierig zu finden. Aber auch das lag eher an dem Regen. Wir entschieden uns für einen von iOverlander angepriesenen. Schön gelegen an einem Picknick Spot.

    Als wir diesen erreichten, was gar nicht so einfach war, denn die Piste war übelst verschlammt und rutschig, bot sich uns ein einmaliges Bild. Der Spot war auf einem kleinen Hügel gelegen, nicht weit von der Piste entfernt und hatte einen überdachten Unterstand aus Holz. Aber das Beste war die Aussicht. Hinter dem Holzunterstand fiel der Hügel weit ab ins Tal und bot einen sagenhaften Ausblick auf eine fast geschlossene Wolkendecke, durch die man an manchen Stellen die umliegende Landschaft sehen konnte.

    Leider wurde der Regen eher stärker als weniger und somit zogen wir uns früh ins Auto zurück, bei Standheizung und Kuschelbettwäsche.

    Endlich Sonne

    Am nächsten Tag schien die Sonne strahlend vom Himmel und wir entschieden uns, gleich noch eine Nacht dort zu bleiben. Den Tag verbrachten wir mit Dingen, die auf Grund des Wetters schon viel zu lange vor uns her geschoben wurden.

    Auto checken, Tank reparieren, Sachen sortieren, waschen und verstauen, sauber machen und dergleichen… Am Abend kam mal wieder der Dutch Oven zum Einsatz und ein wunderbares Gulasch war unser Dinner.

    Uns lag noch eine Rundtour in der Nase, die wir von den Holländern empfohlen bekommen hatten. Ein knapp drei Stündige Trip über die Pisten im Nationalpark mit gigantischen Landschaften, Pisten und Aussichten.

    Diese nahmen wir dann am nächsten Morgen in Angriff.

    Bevor ich mich jetzt wieder in schwelgenden Details verliere – Es war mega schön, aber auch wieder knallhart Off-Road! Hat aber wirklich Spaß gemacht.

    Nach drei Nächten verließen wir dann den Picknick Platz und fuhren ins nahe gelegene Gjirokaster, eine weitere Tourihochburg und Anlaufstelle für jedes Wohnmobil in Albanien.

    Die Stadt ist wirklich schön, aber für mehr wie Einkaufen und einen Kaffee reichte es leider nicht. Nach all der Zeit in den Nationalparks und auf Piste reagieren wir irgendwie abgeschreckt vor den ganzen Touristen und Asien-Reisegruppen, die Selfie-Stick-schwingend und fotografierend durch die Straßen zogen.

    Wir entschieden uns weiter zu fahren und unser nächstes Ziel direkt anzusteuern: das Blue Eye

    Siri i Kalter

    Das Blue Eye, oder Siri i Kalter auf Albanisch ist eine Bergquelle, die nicht aus einer Wand, sondern aus dem Boden entspringt. Von Oben sieht es aus, als würde man in ein Auge sehen, da das Wasser zuerst blau und dann schwarz erscheint, je tiefer der Quellschacht im Boden verschwindet.

    Das Wasser, das aus ihm entspringt hat ungefähr die Temperatur von Trockeneis und es ist ein MUSS, einmal in den Fluss zu springen!

    Und das Beste: Wer den Eintritt von umgerechnet 1,60 Euro entrichtet, erwirbt sich gleichzeitig das Recht, über Nacht zu bleiben und zu campen! Perfekt!

    Nach dem Aufbauen zogen wir unsere Badesachen an und gingen runter zum Fluss, bzw. zur Quelle. Wir waren fest entschlossen, mindestens einmal in das eiskalte Wasser zu springen. Zum Einen aus persönlichem Ansporn. Und zum Andern, weil jeder sagte, wir würden uns eh nicht trauen.

    Ein dritter Vorteil war, dass es an diesem Tag (ENDLICH!) über 30 Grad waren und wir schwitzten wie die Tiere. Somit sparten wir uns die Dusche!

    Wir zuckten kurz, als wir mit den Zehenspitzen in den Fluss traten, es war wirklich unmenschlich kalt… Aber wir bissen die Zähne zusammen und sprangen einfach…

    Es war wirklich übelst kalt, aber auch genauso erfrischend!

    Nach ungefähr 2,5 Sekunden waren wir wieder am Ufer und trockneten uns ab.

    In den Fluss springen – check!

    Gleichzeitig Duschen – check!

    Die Nacht war ruhig und hell. Es war nicht etwa Vollmond… Nein, es war Neumond! Unser Auto war umgebend von hunderten, oder besser tausenden von Glühwürmchen, die die Nacht zum Tag machten! Faszinierend und ein absolut fesselnder Anblick!

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