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Unser Reisemobil

Willys Treffen / Globetrottertreffen (05.09. – 07.09.2014)

Wie sehr hatten wir diesen Zeitpunkt herbeigesehnt… Freitag, 05.09.14 16:00 Uhr, endlich Wochenende, ENDLICH „WILLY’S TREFFEN“!!!!

Bevor es nach Bad Kreuznach ging, machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei Globus um noch Grillfleisch und Salate für das Wochenende zu kaufen und um halb 6 ging es endlich auf die A61!

Obwohl wir die Strecke privat und berufsbedingt schon mindestens 1000 mal gefahren sind, war es diesmal ein ganz anderes Gefühl. Es fühlte sich an wie Urlaub…

Eine gute dreiviertel Stunde später erreichten wir das Gelände auf dem Kuhberg südlich von Bad Kreuznach. Der Kuhberg ist ein riesiges Freizeitgelände, das früher vom US-Militär genutzt wurde. Mittlerweile findet sich hier ein Hochseilgarten, ein großer Spielplatz, mehrere Grillplätze und eine große Wiese. Und hier fand nun zum 2. Mal das „Willys Treffen“ statt (eigentlich zum 35. Mal, aber davor war es in Mendig).

Nachdem wir angekommen waren und unsere Daten hinterlassen hatten, durften wir uns ins Getümmel stürzen und uns einen Platz suchen. Das war schwieriger als gedacht. Irgendwie war bereits alles voll, und das, obwohl das Treffen erst heute offiziell begann. Selbst für unseren kleinen Hilux fand sich kein Platz mehr zwischen den ganzen Mercedes, MANs, Magirus Deutz und Steyrs.

Nach fast einer halben Stunden Rumgegurke erspähten wir dann sowas wie eine Lücke wo wir rein passten. Der Platz war noch frei und so parkten wir dort und richteten uns häuslich ein.

DSC_0039Gleich fiel mir irgendwas komisches am Mercedes-LKW unserer Nachbarn auf: Das Nummernschild hatte ich noch nie gesehen. Bei einem neugierigen Blick darauf stellte ich fest, dass es ein Kennzeichen aus Nigeria war. Und das war kein Fake sondern ein echtes Nummernschild!!

Udo und Sven leben berufsbedingt in Nigeria und sind mit ihrem selbst aufgebauten Mercedes von Nigeria nach Deutschland gefahren! Am nächsten Tag sollte noch ein weiterer nigerianischer LKW eintreffen.

Wir kamen sofort mit den beiden ins Gespräch und sie gaben uns viele wertvolle Tipps zu politischen Situationen, Grenzübergängen, Autotechnik, Klima in den Tropen, …

Nach einem kurzen ersten Spaziergang über den Platz zum Überblick verschaffen, zog es uns wieder zurück zu den beiden, wo wir – auch Dank der milden Temperaturen – bis in die Nacht zusammen saßen und quatschten.

Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Nach einer kurzen Katzenwäsche frühstückten wir erstmal in der Sonne. Jetzt um 9 Uhr war es schon wärmer als die letzten Wochen! Was hatten wir für ein Glück! Perfektes Wetter, toller Stellplatz, es könnte nicht besser sein!

Wir beschlossen nun noch einmal in aller Ruhe über den Platz zu laufen und uns umzuschauen.

DSC_0034Nun fiel uns auch der lilafarbene LKW, der vor uns stand, wirklich ins Auge. Udo hatte uns den Abend zuvor schon erzählt, dass Burkhard mit seiner Pistenkuh (www.pistenkuh.de) direkt vor uns stehen würde. Wirklich registriert hatten wir es aber erst jetzt.

Burkhard und seine Frau Sabine sind bereits seit 10 Jahren auf Weltreise unterwegs und unter Globetrottern fast schon eine Legende. Es gibt vermutlich kaum jemanden, von dem wir mehr erfahren konnten. Natürlich mussten wir dort hin!!! Wir merkten aber recht schnell, dass wir nicht die Einzigen waren, die die Idee hatten. Der Arme war richtig belagert, fast schon wie ein Star. So traten wir, nachdem wir ein Buch gekauft hatten, ganz schnell den Rückzug an. Nicht ohne ihn für den Abend auf ein Bierchen einzuladen.

Wir schlenderten weiter über den Platz und genossen die großartige Atmosphäre, die tollen Autos und das gigantische Wetter. Besser konnte es nicht werden!!!

DSC_0040Nachdem wir zurück an unserem Platz waren, kam endlich der 2. nigerianische LKW. Eine Nummer kleiner aber mindestens genauso beeindruckend wie der Erste.
Wahnsinn, wenn man sich überlegt, dass die beiden das ganz in Eigenregie aufgebaut haben!!!

Als wir da so saßen bekamen wir noch Besuch aus der Heimat: Marc und Nadja waren mit ihrem Hund Angel auch auf das Treffen gekommen, allerdings nur als Tagesbesucher. Wir saßen alle zusammen, tranken Kaffee und aßen Kuchen. Der Tag ging leider viel zu schnell vorüber und die beiden verabschiedeten sich und zogen weiter.

Erst jetzt merkten wir, wie der Himmel immer dunkler wurde und es sah ganz so aus, als wenn gleich ein Unwetter über uns hineinbrechen würde. Wir räumten alles ins Auto und harrten der Dinge. Aber nix passierte…. Als es wieder heller wurde, beschlossen wir nun doch den Grill anzuwerfen.

Das war ein Fehler!!! Kurz nachdem wir den Grill angeworfen hatten, kam das Unwetter mit voller Wucht zurück und es begann zu schütten wie aus Kübeln. Über uns zuckten die Blitze und es donnerte, dass man fast erstarrte. Und wir standen schön mit unserem Grill unter dem über das Auto hinaus stehenden Teil unseres Dachzelts und versuchten nicht nass zu werden. Hat nicht wirklich funktioniert… Da die Fläche, die uns schützen sollte, gerade mal 120 x 160 cm und der Regen bald waagerecht kam, wurden wir mit samt dem Grill klitschnass!!!! Es hatte auch was Gutes: Das Geschirr vom Morgen spülte sich von alleine!

Nachdem es aufgehört hatte, haben wir von vorne angefangen und neue Kohle aufgelegt. Es blieb dann halbwegs trocken, so dass wir wenigstens was essen konnten. Die Wiese hat sich aber in ein reines Schlammfeld verwandelt und so waren wir von den Füßen bis zu den Hüften voll mit Matsch und Wasser. Gott sei Dank war es nicht kalt, so dass wir wenigstens nicht zu sehr froren.

Irgendwann kamen auch unsere Nachbarn aus ihrem LKW gekrochen. Sie hatten die Zeit mit ein paar Bierchen im Inneren ihrer Kabine überbrückt. Das ist Luxus!

Nach dem Essen saßen wir wieder alle zusammen. Irgendwann kam Burkhard dazu und brachte noch Borris und seine Frau mit. Wir quatschten wieder bis spät in die Nacht am Feuer und es machte irrsinnig viel Spaß den Erfahrungen von den Overlandern zu lauschen.

Am nächsten Morgen wachten wir auf und der ganze Platz war umhüllt von Nebel. ALLES, aber wirklich ALLES war batschnass! Zumindest im Zelt war es trocken aber die Außenhülle hat böse getropft! Wenn wir so das nasse Zelt einpacken würden, würde es uns vermutlich in einem viertel Jahr vom Auto laufen…

Wir beschlossen also noch zu bleiben und zu hoffen, dass sich der Nebel verziehen würde. Wir hatten Glück und eine Stunde später kam die Sonne raus und fing an das Zelt zu trocknen.

Langsam packten wir zusammen, räumten auf und brachten den Platz in Ordnung. Aber wieder kamen wir mit anderen Besuchern ins Gespräch, diskutierten über Marokko und Afrika und wieder verging die Zeit wie im Flug.

Obwohl das Zelt schon fast trocken war, konnten wir uns gar nicht los reißen. Wir packten unsere Stühle wieder aus und genossen noch ein bisschen die Atmosphäre.

DSC_0043DSC_0046Viele machten sich aber so langsam vom Acker. Im wahrsten Sinne des Wortes! Zumindest versuchten sie es…. Durch den Regen haben sich die Wiesen und die Wege in ein Schlachtfeld verwandelt. Es begann eine Schlammschlacht!!! Die Wohnmobile und Wohnwägen kamen nicht mehr vom Fleck und buddelten sich immer weiter in den Matsch ein. Einer nach dem anderen wurde von den großen Allrad-LKWs aus der Misere befreit und auf sicheren Untergrund gezogen. Es machte einen Heiden-Spaß zuzuschauen und es war besser als jedes Kino.

Um 2 Uhr überwanden wir uns und machten uns auf Richtung Heimat. Natürlich nicht ohne vorher Kontakte mit den „Nigerianern“ auszutauschen. Man sieht sich bestimmt wieder, entweder auf dem nächsten Treffen oder irgendwann mal in Afrika!

Traurig verließen wir das Treffen. Unser Kurzurlaub war vorbei und es war gigantisch!!! Bis zum nächsten Jahr!!! Wir kommen definitiv wieder!

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