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Tag 13 – Marrakech (12.05.2014)

Morgens, halb 10 in Marrakech… 32°C! Die Frisur sitzt (dank Barbier!!)

Den Plan, den Tag in Marrakech zu verbringen haben wir ganz schnell über Bord geworfen. Bei dieser Hitze war das nicht auszuhalten. Vielmehr rief der Pool, an dem wir es uns dann gemütlich machten.

Eigentlich war geplant, den Vormittag am Pool abzuhängen, dann mit dem Taxi in die Stadt rein, alle Sehenswürdigkeiten abklappern und dann in der Abenddämmerung nochmal auf den Platz Jemaa el Fna. Trotz unseren Erfahrungen von gestern übt der Platz eine unheimliche Anziehungskraft aus… Irgendwie wie ein offener Bruch, ekelhaft, aber man kann nicht wegsehen! 😉

Aber wie schon gesagt, die Hitze machte an den gesamten Plan einen Haken und wir verlängerten den Teil mit dem Pool auf unbestimmte Zeit. Wir dachten uns, wir könnten ja auch mal Urlaub in so einem Urlaub machen…

Wir glaubten unseren Ohren nicht, als wir so dalagen und dösten… Das war doch deutsch… Die ersten Deutschen, die wir trafen.

Zwei Motorradfahrer, die eine ähnlicher Route nahmen wie wir. Sie waren gezwungen, hier ein paar Tage Rast zu machen, da einer von ihnen schweren Sprühstuhl und dazugehörige Beschwerden hatte. Die zwei kamen zwar aus dem Saarland, aber für Deutsche im Ausland zählt das Land, nicht der Ort!

Wir quatschten den halben Tag, die Temperaturen stiegen auf ihr bisheriges Maximum (und die höchste Temperatur, die ich jemals erlebt hatte!) von 47°C im Schatten! Absoluter Irrsinn! Es war außerhalb des Pool unmöglich auszuhalten, selbst im Schatten. Dazu blies ein Wind, der so heiß war, als würde man die Tür des Backofens öffnen.

Gegen 18 Uhr ließ die Hitze ein wenig nach (nur noch 40°C). Wir entschieden uns, duschen zu gehen und es doch mal mit der Stadt zu probieren.

Die Rezeption des Campingplatzes rief uns ein Taxi, das uns in die Stadt bringen sollten.

Erschienen ist ein Mercedes-Benz, keine Ahnung wie alt, mit sage und schreibe 984.032 km auf dem Tacho.

Was bei uns schon längst auf dem Schrottplatz verrottet, wird hier noch 2 Millionen Kilometer weitergefahren!

Keine Gurte mehr, kein einer funktionierender Stoßdämpfer, Boden durchgerostet und riesige Risse in der Scheibe…

Das war eins der Highlights, auf die ich mich in den Städten Marokkos gefreut habe: Taxi fahren!!!

Aber das, was wir erlebten, überstieg unsere komplette Vorstellungskraft. Man kann sich nicht vorstellen, was aus so einer alten Maschine rauszuholen geht, wenn man nur die Gänge weit genug hochzieht!

IMG_8878Der Verkehr in einer Metropole wie Marrakech ist sowieso irrsinnig, aber die Fahrt in diesem Taxi war legendär!

Statt zu Bremsen wird gehupt, Rechts überholt, ohne Blinken Spurwechsel, durch den Kreisel in dritter Reihe, überholt über den Seitenstreifen, viiiiiieeeeel zu hohe Geschwindigkeit, keine Gurte und die ganze Zeit mit uns gequatscht und nicht auf die Straße geschaut… Ich kam aus dem Grinsen kaum noch raus! Sarah war etwas fahl, aber das hat sich gelohnt! Dagegen war die Taxifahrt gestern in einem schäbigen NEUEN Dacia Logan eine Fahrt ins Altersheim.

In der Stadt angekommen, traf uns der volle Hammer der Hitze des heutigen Tages. Hier war es nicht nur heiß, sondern fast unmenschlich drückend, da die Häuser die Hitze speicherten. Wir waren eh schon geschwitzt von der Fahrt im Taxi (Sarah der Fahrt und ich der fehlenden Klimaanlage wegen!) Die Anzeige vor einer Apotheke zeigte 42°C an, wir gingen fast kaputt…

Und wir hatten noch die Kamera mit riesen Tasche dabei, die auch getragen werden wollte.

Im Schnelldurchgang hakten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab und gingen danach sofort auf den Jemaa el Fna, um uns mit frischgepresstem O-Saft zu versorgen, natürlich den Besten im ganzen Land! 😉

Ob es an der Hitze oder der Dehydrierung lag, er war wirklich der Beste und erst nach dem zweiten Glas konnten wir uns von dem Stand losreißen.

Wir tranken einen Tee im selben Cafe wie gestern, in dem wir mit Handschlag und „mein Freund“ begrüßt wurden!

IMG_8980Danach zogen wir noch ein bisschen durch den Souk (Händlerviertel einer jeden Stadt in Marokko) um vielleicht ein paar coole Bilder einzufangen. Aber den Plan gaben wir auch relativ schnell wieder auf, denn in den kleinen Gassen und verwinkelten Wegen stank es zum Himmel… Weiß der Geier, was das war, aber roch nach einer Mischung aus Abgasen, Schweiß, Urin, Schimmel und Müll…

Außerdem wurden wir fast von wild gewordenen Rollerfahrern überfahren. Die donnern in einem Abstand an einem vorbei in einer Gasse die so schmal ist, dass man sich von einer Straßenseite zur anderen die Hand geben kann. Und auch hier: anstatt bremsbereit liegt die Hand auf der Hupe. Wenn die Hände überhaupt am Lenker sind, viele fahren auch freihändig. Oder zu viert auf einem Roller… Man glaubt gar nicht, was oder wen man da so alles drauf transportieren kann.

Jeder Fahrlehrer oder Polizist in Deutschland würde hier die Hände über dem Kopf zusammen schlagen…!

Also schnell wieder zurück Richtung Platz… Der Barbier, an dem wir vorbeikamen, erkannt auch auf den ersten Blick seine Handarbeit und wir quatschten kurz in zwei verschiedenen Sprachen… Er arabisch, ich deutsch, aber irgendwie haben wir uns verstanden und uns wie alte Freunde verabschiedet! War irgendwie witzig…

Zurück auf dem Platz gab es den nächsten witzigen Moment, als mir ein kleines Mädchen eine Packung Tempos hinhielt. Ich staunte nicht schlecht als sie auf einmal 15 Dirham (1,50 €) sagte… Kinder, die Tempos verkaufen…

Die machen hier Kohle mit allem. Man hat das Gefühl,die gesamte Stadt mit all ihren Bewohnern wollte einen abrippen…

Wir flüchteten wieder in das Cafe, da dort auch Essen angeboten wurde und wir aßen die beste Tajine der ganzen Stadt! 😉

Nein, im Ernst, war wirklich der Hammer!!! Hackfleisch mit Käse überbacken und Brot! Wirklich Bombe!

Die Taxifahrt nach Hause war genauso witzig wie der Hinweg, bloß noch ein bisschen nervenaufreibender, da es dunkel war! Das gibt dem Ganzen einen ganz besonderen Reiz! Der Fiat Uno, Baujahr 1987 hatte die 1-Millionen-Marke bereits geknackt! Merkte man aber nur bei den tieferen Schlaglöchern, wenn die Stoßstange auf dem Asphalt aufschlug! 😉

Whatever!

2 Antworten auf „Tag 13 – Marrakech (12.05.2014)“

Haha, yes !
So eine Taxifahrt in Marokko hat was…:)
Kann mich nich gut an meine erinnern !
Das mit den Gerüchen kann ich nur bestätigen.
Witzig nur, wie schnell das Gehirn auch bei Gerüchen schaltetet, die eine europäische Nase als vergessen eingestuft hat.

Vadim

Die nach hinten festgeklemmten Sicherheitsgurte fand ich am Besten. Das du dich ja nicht anschnallst!!!

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