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Tag 10 – Tinghir-Dades- Schlucht-Tinghir (09.05.2014)

Heute stand das fette Touri-Programm auf dem Plan: die Dades-Schlucht…

Eigentlich wollten wir eine Rund-Tour fahren und die Dades- und die Todra-Schlucht miteinander verbinden und danach direkt weiter fahren. Die Verbindung zwischen den beiden Schluchten ist eine Piste, die uns schon gereizt hätte. Wäre aber wieder 10 Stunden im Auto gewesen. Und da es uns hier auf dem Campingplatz so gut gefiel (der erste Campingplatz seit Tagen mit WARMEN Duschen, ihr wisst gar nicht wie toll das sein kann!), beschlossen wir noch einen Tag hier zu bleiben und nur die Dades-Schlucht zu befahren.

Die Schlucht ist etwa 120 km von hier entfernt, wovon 60 km so eine Art Bundesstraße sind und der Rest dann in Serpentinen in das Atlas-Gebirge führt.

Die erste Strecke verlief wie immer recht langweilig. Hier mal ein Dromedar auf der Straße, da mal eine Ziege oder ein Hund aber im Großen und Ganzen keine besonderen Vorkommnisse.

Eins ist uns jedoch schon öfter aufgefallen: Manchmal sieht man Menschen dort an der Straße laufen, bei denen man sich fragt, was die dort machen oder wo die hin wollen, wenn das nächste Dorf 30 km entfernt ist. Die schlappen einfach so im Nirgendwo rum oder versuchen, per Anhalter mitgenommen zu werden… Eigentlich wollten wir uns mal den Spaß machen und einen mitnehmen, um ihn zu fragen, was er da eigentlich mache, aber da unsere hinteren Sitze aus einer Kühlbox und einer Krims-Krams-Kiste für Ladegeräte, Reiseführer usw. besteht, hatten wir leider keine Chance…

Wenn man mal an einem Dorf vorbei kommt, sieht man so lustige Sachen wie Linienbusse, die nicht anhalten, wenn Leute rein oder raus wollen. Zum Ein- oder Aussteigen springt man einfach in oder aus dem fahrenden Bus. Ein haltender Bus?! Das ist was für Weicheier!

IMG_8588Nach 60 km erreichten wir Boumalne und der Weg führte uns nun in Richtung Gebirge. Vor uns türmten sich die Ausläufer des Atlas-Gebirge auf, scharfkantige, felsige Klippen ragten immer höher in den Himmel. Und im Tal reihten sich die vom Dades-Fluss gespeisten Oasen aneinander. Ein wahnsinniger Anblick! Ein krasser Gegensatz zu der Landschaft, die wir gestern noch zu Gesicht bekamen. Aus ebener Steppe wird in nur 300 km ein felsiges Gebirge. Hier erlebt man alles!!!

IMG_8663Die Straße schlängelte sich durch die Berge, vorbei an Dörfern, stetig bergauf. Scharfe Serpentinen bremsten uns aus, da wir nicht wussten, ob uns nicht ein riesen Reisebus hinter der nächsten Kurve überrascht. Es ging immer höher hinauf, bis die Straße in ein Tal auslief, das von hohen Klippen flankiert wird. Es ging leicht bergab, immer tiefer in die Schlucht und immer höher wurden die Berge ringsum.

Und dann lag sie vor uns… Die Dades-Schlucht….

Unter senkrechten Felswänden bahnte sich ein Fluss seinen Weg durch den Stein. Daneben führte die Straße entlang. Wenn man nach oben schaute hatte man den Eindruck, dass sich die Felswände fast berühren. Ganz imposant aber irgendwie haben wie sie uns bombastischer vorgestellt. Irgendwie beengter und länger. Nach vielleicht 200 Metern war es auch schon wieder vorbei…

Wir fuhren noch ein paar Kilometer weiter um eine geeignete Stelle zum Wenden zu finden und fuhren dann zurück und von der anderen Seite auf die Schlucht zu. Aber auch von dieser Seite war sie nicht beeindruckender. Touri-Ziel 1: Haken dran, Touri-Ziel 2 (Todra-Schlucht): folgt morgen…

IMG_8561Da wir auf dem gleichen Weg zurück mussten, konnten wir die Landschaft doppelt genießen und wir sahen Dinge, die uns auf dem Hinweg entgangen waren. Überall in den Hängen der Berge waren halb verfallene Gebäude, die aussahen, als ständen sie schon hunderte Jahre da. Wie Burgen aus grauer Vorzeit. Bei uns daheim würden sie daraus eine Sehenswürdigkeit basteln, hier benutzen sie es, um Müll darin zu verstauen… Irgendwie schade… Aber gigantisch sehen sie schon aus, wie sie so auf Felsvorsprüngen thronen und farblich fast mit den rotbraunen Felsen verschmelzen.

Auf den 60 langweiligen Kilometern ist mir dann auch aufgefallen, an was mich das jetzt wieder flache, gelbe, ausgedörrte, karge Land erinnert… An Tatooine aus Star Wars… Bloß das hier keine Sandleute sondern Marokkaner wohnen! 😉

IMG_8693Wir erreichten den Camping Platz und bauten wieder das Zelt auf. Da es noch relativ früh war, nutzten wir die Chance und wuschen mal alle bisher dreckigen Sachen. Zwei Spanngurte und eine Hausmauer dienten uns dann als Wäscheleine, obwohl man das bei dem Klima hier kaum braucht. Die Sachen sind praktisch schon trocken, bis man am Auto angekommen ist.

Danach nutzen wir noch einmal die warme Dusche. Vielleicht die letzte für die nächsten Tage!

IMG_8697Nach dem Duschen fiel Sarah erst einmal auf, wie viele Mückenstiche sie auf dem letzten Campingplatz abbekommen hat. Nur an der Innenseite eines Beins zählte sie 60 Stück!

Den Rest des Tage verbrachten wir damit, ein bisschen aufzuräumen, die Kamera mal von der Sahara zu reinigen und für alle Akkus mal wieder aufzuladen, die so in letzter Zeit leer gegangen sind…

Ah, doch, eine Sache war noch:

Ich bin heute der größten Spinne außerhalb eines Terrariums begegnet, die ich je gesehen habe!!! und jeder, der mich kennt, kennt meine Angst vor Spinnen! Das Vieh war bestimmt 15 cm groß (ohne Witz, ich übertreibe gerne, aber das ist die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe!!) und gelb-braun. Sarah hat sie auch gesehen, ihr könnt sie fragen! Das Ding war riesig!!!

Whatever, das gehört zum Campen in so einem Land dazu… Hätte aber lieber mal einen Skorpion gesehen! 😉

2 Antworten auf „Tag 10 – Tinghir-Dades- Schlucht-Tinghir (09.05.2014)“

Moin ihr zwei,

Tim, Ich habe mal gelesen, dass Dehydration zu Halluzinationen führen kann 🙂
Dann ist eine Riesenkrabbenspinne auch mal 15cm groß 🙂
Spaß beiseite: War wohl wirklich eine Sparassidae.

Vadim

Mit etwas Glück entdeckt ihr ja noch einen Wüstenvaran oder Fennek, das wäre schön.

Also meine Recherche mit dem mickrigen Internet hier ergab eine Wolfsspinne… Aber is ja auch egal was es war, es war riesig!

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