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Tag 8 – Erfoud (07.05.2014)

Die Nacht war kurz aber angenehm… Bloß ich musste noch vor Sonnenaufgang mal das Zelt verlassen… Wie ein alter Mann, ich sollte aufhören, hier vor dem Schlafengehen so viel zu trinken.

Als ich dann mal wach war, konnte ich nimmer einschlafen und machte mich dran, Kaffee zu kochen.

Als Sarah aufstand, waren ihre ersten Worte: „Ist das heute morgen frisch hier…“. Das Thermometer zeigte 24°C!!!

Gegen 10 Uhr verabschiedeten sich unsere schweizer Nachbarn und machten sich auf den Weg nach Merzouga, das auch auf unseren Reiseplan steht. Wir tauschten Nummern aus, für den Fall, dass sich unsere Wege nochmal kreuzen sollten… Irgendwie seltsam, wir haben seit Tagen keinen Handyempfang mehr, aber Nummer austauschen ist ganz selbstverständlich… Egal, für den Fall, dass Empfang wieder kommt, sind wir vorbereitet.

Wir verabschiedeten uns und winkten der Gruppe Landys hinterher, die dröhnend den Platz verließen.

Jetzt waren wir die einzigen Gäste, es war toten still und die Sonne brannte schon jetzt mit 34°C, obwohl der Himmel grau und bedeckt war.

Wir machten uns an unsere eigene Planung, der heutige Ruhetag sollte genau dafür dienen. Planen, auf- und ausräumen, Auto kontrollieren dass nix kaputt ist und mal ein bisschen saubermachen.

IMG_8303Dieses Auto ist beste Kauf unseres Lebens! Unser treuer Begleiter steht zwar total verdreckt, aber Tip-Top in Schuss da!

Als Belohnung gab es eine gründliche Reinigung, das Armaturenbrett erhielt wieder seine Originalfarbe, nachdem wir gefühlte drei Zentimeter Pistenstaub heruntergekratzt hatten.

Luftfilter ist sauber (dank Zyklonfilter), Öl passt… Von unten keine Schäden, alles Bestens!

IMG_8317Danach waren erst einmal die wichtigsten Klamotten dran. Auch die waren völlig verdreckt. Mit der Hand waschen macht wirklich keinen Spaß! Aber ein Gutes hat das Klima auch: In einer halben Stunde ist alles trocken.

Weiter im Text…

Nach dem ganzen Reinemachen, hielten wir erst einmal ein bisschen Siesta, denn das Thermometer zeigte 42°C an, die Wolken waren verschwunden, die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel.

Ich habe noch niemals in meinem Leben eine solche Gluthitze erlebt!

Wo wir grade bei Hitze sind… Wir haben gestern auf dem Markt 2 x 5-Liter-Wasserflaschen gekauft, von der wir vor zehn Minuten die letzte leer gemacht haben… Und jeder von uns war gerade Mal zwei mal auf dem Klo!

Was noch faszinierender ist:

Man schwitzt wie blöde, aber man stinkt nicht…

Whatever, die Reiseroute für die nächsten Tage musste noch festgelegt werden.

Wir planten hin und her, sollten wir Piste nehmen oder besser Straße, bis wir uns so in die Haare gekriegt hatten, dass jeder erstmal zwei Stunden sein eigenes Ding machte…

Danach trafen wir uns wieder am Zelt, setzten uns zusammen, als wäre nie etwas gewesen und tüftelten dann in 10 Minuten eine Route aus, die uns erst nach Merzouga und von dort dann in die Wüste führen sollte.

Eine witzige Geschichte gab’s heute doch noch:

Nach dem Essen wollten wir uns die gestern auf dem Markt erstandene Wassermelone gönnen. Da wir aber kein Messer hatten, was den Umfang dieses riesen Teils erreichte, musste die Machete herhalten. Die Franzosen auf dem Nachbarplatz haben nicht schlecht geschaut, als wir anfingen die Melone mit der Machete zu bearbeiten… Wenn es ein Schafskopf gewesen wäre, hätte ich auf dem hiesigen Markt anfangen können!!

Da auf dem Platz WIFI verfügbar ist, das aber die Geschwindigkeit eines 56K-Modems nicht überschreitet, war es eine gewaltige Herausforderung, die benötigten Karten aus dem Internet auf unser GPS zu laden, hat aber dann doch irgendwann geklappt. Gleichzeitig versuchten wir über Skype daheim anzurufen, was aber auf Grund der Geschwindigkeit leider nicht funktionierte…

Als wir gerade fertig waren (das WIFI funktioniert hier nur an der Rezeption), kam der hiesige Platzwart auf uns zu und sagte uns, wir sollten doch bitte unsere Sachen zusammenpacken, es würde ein Sandsturm aufziehen.

Er zeigte in die Richtung und uns blieb der Mund offen stehen.

IMG_8319Am Horizont verdunkelte sich orange-gelblich der Himmel, eine absolut unwirkliche Szenerie. Um es sich vorstellen zu können:

Bei uns daheim ist im Sommer tagsüber eine riesige Hitze und abends zieht dann ein Gewitter auf. Der Himmel wird dunkel und schwarze Wolken türmen sich auf, bis es dann mit einem Schlag losregnet und stürmt.

Genauso sieht es hier aus, bloß in gelb und statt Regen Sand!

Weltuntergangsmäßig packten wir also alles schnell zusammen. Wir und die anderen Gäste ihr Hab und Gut und der Platzwart rannte rum und verstaute hastig die Liegen vom Pool. Das Gefühl war wie wenn wir in den USA wären und gerade ein Tornado im Anmarsch ist.

IMG_8339Es wurde immer dunkler, da der aufgewirbelte Staub die Sonne immer mehr verdunkelte. Bange erwarteten wir den Sturm und waren gefasst, schnell das Zelt einzupacken und notfalls im Auto zu schlafen, aber der Sturm zog in einem Bogen an uns vorbei. Sah absolut beeindrucken und erfurchtseinflößend aus. Ein paar Sandkörner hat es dann doch geregnet, aber allein für diesen Anblick, hat sich diese Reise schon gelohnt.

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