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Tag 14 – Jörpeland-Aarhus (27.07.2012)

Ein wunderschöner Tag brach an. Vielleicht zu wunderschön, denn um halb 9 Uhr morgens waren es gefühlte 90°C in unserem Zelt. Das andere Extrem, aber besser wie die letzten Tage…

Als wir vors Zelt traten, wehte uns ein warmer Wind vom Fjord aus entgegen, die Sonne stand über den Bergen und ihre Strahlen brutzelten auf uns herab. Es war traumhaft. So hätten wir uns den gesamten Urlaub gewünscht.

Der Wetterbericht sagte für heute Regen voraus, aber keine Wolke stand am Himmel, vielleicht ein kleiner Flaum am Horizont über dem Fjord.

Also erst einmal Kaffee gekocht, und in die Sonne gesetzt. Der kleine Flaum wurde dunkler und kam näher…

Da wir ja ein bisschen Erfahrung mit Regen sammeln konnten, trauten wir der ganzen Sache nicht und bauten vorsichtshalber das Zelt zuerst ab, bevor wir abspülen gingen.

Als wir die Spülküche verließen, fielen schon die ersten Tropfen.

HA!!! Diesmal nicht, dieses Mal waren wir vorbereitet! Diesmal hatten wir uns nicht verarschen lassen, dieses Mal hatten wir gewonnen! Sicher und trocken war unser Zelt auf der Ladefläche verstaut…

In Ruhe räumten wir auch den Rest ein, keine fünf Minuten, bevor es richtig runter machte…

Unser Weg führte uns nach Kristiansand, dort wollten wir auf die Fähre nach Dänemark.

Der Weg betrug knappe 300 Kilometer und wurde angegeben mit vier Stunden. Und diese 300 Kilometer mussten wir uns hart erkämpfen. Alles einspurige Überlandstraßen, kaum eine Chance zu überholen. Wenn wir kein Motorhome (Wohnmobil, aber ich fand das Wort abgefahren), Wohnwagen oder LKW davor hatten, dann einen Traktor oder Dänen (siehe Tag 2!!!)… Jeder dieser 300 Kilometer war mit Schweiß und Nerven erkämpft. Gott ist mein Zeuge, ich freue mich so darauf, wieder auf einer Autobahn fahren zu können! Keine Geschwindigkeitsbegrenzung, keine Trödler, mehrere Spuren. Das, was uns so an Skandinavien fasziniert hat, wurde unser größter Feind.

Wie dem auch sei, wir kamen irgendwann in Kristiansand an.

Der Fährhafen war ausgeschildert wie ein Flughafen, Abfahrten für Ankunft und Abfahrt, Terminal, etc….

IMG_2947Nachdem die Formalitäten zum Einchecken erledigt waren und uns unsere Spur zugewiesen wurde, hatten wir noch ein wenig Zeit, also gammelten wir ein bisschen auf der Ladeflächenabdeckung rum, ließen uns von der Sonne wärmen, denn es wehte eine steife Brise vom Meer her, und lasen in unseren Büchern.

 

 

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Die Fähre kam, ein riesiges Schiff in weiß und blau, den Farben von Colorline. Tief im Wasser lag ihr Rumpf, vollgestopft mit hunderten Autos, Bussen und LKWs, die jetzt da standen, wo wir dann auch stehen sollten. Das Entladen dauerte keine 15 Minuten, was für ein Schiff dieser Größe und der Masse an Fahrzeugen schon beachtlich ist.

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IMG_2944Und dann waren wir an der Reihe. Wir fuhren die Rampe hoch, ins fünfte von insgesamt sechs Decks. Stoßstange an Stoßstange wurden die Fahrzeuge in das Deck gequetscht… Ein echt gewaltiger Anblick, eine Halle wie ein Flugzeughangar… In einem Schiff. Wenn man bedenkt, dass das alles auf dem Wasser passiert und wir schwimmen. Ich glaube, man merkt, wir waren noch nie auf einer Fähre…

Wir betraten die oberen Decks, die die Restaurants, Kabinen, Rezeption, Bar, Bank und was weiß ich noch alles enthielten. Auf diesem Ding gab es alles! Wir aßen Pizza und setzten uns ein bisschen auf die Außenterrasse in die Sonne, als wir den Hafen verließen.

Danach machten wir ein Rundgang über die Fähre. Die war wirklich riesig. Ich meine, nichts im Vergleich mit der AIDA, die wir gesehen hatten, aber schon mächtig! Wir diskutierten, wie groß die AIDA, die wir gesehen hatten sein musste und was dort alles untergebracht war und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die hatten sogar ein Kasino.

Da wir Wireless LAN hatten, surften wir ein bisschen und suchten uns ein Hotel in Dänemark, denn die direkte Fahrt war uns zu lang.

Die dreieinhalb Stunden gingen rum wie nichts.

Eine Durchsage informierte uns, dass das Schiff in 10 Minuten anlegen würde, also machten wir uns auf zum Auto.

Das Entladen ging wirklich echt schnell und wir verließen das Hafengelände…. Auf eine Autobahn… Autobahn!!!

130 Kilometer die Stunde waren wir das letzte Mal gefahren kurz vor der Öresundbrücke, selbst wenn es in Norwegen diese Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben hätte, man hätte sie garnicht ausnutzen können… Es war der Hammer wieder mal schnell zu fahren, über eine wunderbar gerade, vierspurige Autobahn…

So legten wir den Weg zum Hotel in unter den vorausgesagten zwei Stunden hin…

Im Hotel angekommen, packten wir erstmal aus, gingen an die Bar und verfassten diesen Bericht.

Und da sitzen wir jetzt, trinken einen Drink und sind kurz vor dem Ende unseres Trips. Die letzten paar Tage unseres Urlaubs werden wir in Bremerhaven verbringen, wo es morgen dann hingeht. Dort gibt es noch einiges, was wir uns ansehen wollten, denn als wir das letzte mal da waren, hat es geschüttet wie aus Eimern und da waren manche Sachen nicht möglich…

Es war wirklich eine, naja, sagen wir durchwachsene Tour, viel Stress, viel Ärger, aber auch ein paar echt witzige Momente, viele Menschen, die wir kennengelernt haben und viele Dinge, die wir erlebt haben…

 

 

 

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