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Panama 2

Panama-City

Unser nächstes Ziel war Panama City.

Wir hatten ein paar Tage zuvor einen Transfer in die Hauptstadt gebucht, zu dem uns das Taxi jetzt brachte. Der Transfer beinhaltete das Wassertaxi zurück zum Festland und den Nachtbus, der uns in 11 Stunden wieder an die Pazifikküste bringen würde.

Uns graute schon ein wenig vor der Fahrt durch die Nacht, aber es war die schnellste und einfachste Möglichkeit, die Strecke zu überwinden.

Wir wurden gewarnt, dass wir uns lange Kleidung und im besten Fall eine Jacke mit in den Bus nehmen sollten, denn dieser würde bis zum Gefrierpunkt heruntergekühlt werden und man könne dann nicht schlafen.

Als der Bus das Terminal erreichte, wussten wir, was damit gemeint war. Denn die Scheiben des Überlandbusses waren beschlagen – von außen, so groß war der Temperaturunterschied im Inneren.

Das Gepäck wurde verladen und wir bestiegen unseren mobilen Kühlschrank. Wir beteten, dass die Fahrt halbwegs ruhig verlaufen würde, damit wenigstens Elisabeth ein wenig Schlaf finden würde. Und unsere Gebete wurden erhört! Sie schlief fast die gesamte Fahrt durch, trotz eisigen Temperaturen und etlichen Stopps.

Wir erreichten nach rekordverdächtigen 9 Stunden Fahrt um halb 4 Uhr morgens den Busterminal in der Albrook Mall, dem größten Einkaufszentrum Lateinamerikas.

Da wir deutlich zu früh für unser Hotel waren, dass wir eigentlich erst für die nächste Nacht gebucht hatten, beschlossen wir, erst einmal zu frühstücken und Kaffee zu trinken.

Um fünf Uhr dann, pünktlich zur Öffnung der Metro nahmen wir den ersten Zug und fuhren nach Downtown.

Der gute Mann an der Rezeption staunte nicht schlecht, als wir vor ihm standen und fragten, ob er nicht vielleicht jetzt schon ein Zimmer für uns frei hätte. Wir hätten den Nachtbus genommen und wären aufgrund dessen etwas früher dran.

Er meinte bedauerlicherweise nein, aber wir könnten unser Gepäck bei ihm lassen und uns ein wenig die Zeit in der Lobby vertreiben, bis in 3-4 Stunden dann ein Zimmer verfügbar wäre.

Vielleicht lag es an unserem abgerissenen Aussehen, an den fehlenden Stunden Schlaf oder wiedermal an unserer Tochter, die ihn wie immer gut gelaunt angrinste, aber er kam nach ungefähr fünf Minuten zu uns und gab uns eine Zimmerkarte.

Er hätte ein Zimmer für uns, es wäre zwar eine Suite, aber er hoffe, das wäre okay für uns.

Als wir die Tür zu unserer Suite öffneten, verschlug es uns fast den Atem. Der Raum war größer als unsere Wohnung in Ludwigshafen, ein gigantischer Fernseher hing an der Wand und eine riesige Fensterfront gab Ausblick auf die Hochhäuser um uns herum, die gerade durch die aufgehende Sonne angeleuchtet wurden.

Dafür hatten wir aber keine Augen, wir beschlossen erst nochmal ein paar Stunden zu schlafen, damit wir zumindest ein wenig fit für den kommenden Tag wären.

Aber nach eineinhalb Stunden brachen wir den Versuch ab, denn unsere Tochter, die ja im Bus schon schlafen konnte, wollte lieber aufstehen und die Stadt erkunden.

Wir zogen die Vorhänge zurück und uns blieb erneut die Luft weg. Was im Morgengrauen gar nicht so erschien, zeigte sich jetzt in seiner vollen Pracht. Um uns ragten gewaltige Wolkenkratzer auf, alles aus Glas und Beton gebaut, ein Meer von Gebäuden. Es war unglaublich anzusehen, zumal es die erste Stadt seit den Kanadischen Großstädten in 2010 für uns war, die so viele so hohe Häuser hat.

Den nächsten Atemstillstand bekamen wir, als wir aufs Dach unserer Bleibe fuhren. Ein Infinity-Pool neben der Dachbar, mit Blick auf die gesamte Stadt. Wobei der 15. Stock im Vergleich zu den umstehenden Häusern fast lächerlich erschien, hatten wir von hier oben trotzdem einen überragenden Blick auf die gesamte Stadt. Und die hatte es mir sofort angetan.

ICH LIEBE PANAMA CITY!

Ein weiterer Grund diese Stadt zu lieben für mich war auch, dass die Metro, die die wichtigsten Teile Panama Citys verbindet, nur 35 US Cent kostet. Warum weiß kein Mensch, aber es ist so. Jeder Bus 25 Cent, jede Metro 35 Cent.

Da hat man sich bei der Stadt mal gedacht: „Wir tun doch mal was für unsere Bürger, anstatt sie zu schröpfen!“

Somit waren wir super billig unterwegs und erkundeten so die ganze Stadt.

Unsere Tochter, die nur durch ihre Anwesenheit den kompletten Betrieb eines McDonald’s lahm legt.

An einem Tag besuchten wir die Albrook Mall.

Auf 380.000 m² und zwei Etagen waren hunderte Geschäfte, Restaurants und Shops untergebracht. Fitnessstudios, Casinos und Autohändler, es gab einfach alles. Wir waren total erschlagen von der Größe und der Auswahl, wir kalkulierten, dass man mindestens drei Tage bräuchte, alle Geschäfte zu besuchen.

Wir aßen in einem der drei Food-Corners, spazierten durch die kilometerlangen Passagen und waren bestimmt in 80 Geschäften, bevor uns die Müdigkeit zurück zu unserem Hotel zog. Die fehlende Nacht forderte ihren Tribut und wir schliefen wie die Toten in dem riesigen Bett.

Am nächsten Tag besuchten wir die Altstadt Casco Viejao. Als wir die Metrostation verließen, fragten wir eine Angestellte, in welche Richtung es ginge. Die etwas stabiler gebaute Frau schaute uns verständnislos an und fragte, ob wir das alles denn laufen wollten. Wir bejahten und sie wies uns den Weg, der übrigens nur einen knappen Kilometer betrug. Irgendwie amerikanische Verhältnisse. Wahrscheinlich hätte sie uns am Liebsten ein Taxi gerufen, damit wir bloß nicht zu viel laufen.

Die Altstadt, oder besser das alte Panama City, ist auf einer Halbinsel gebaut, die von der modernen Autobahn umzogen ist. Ein irgendwie surreales Bild, wenn man die Straße sieht, die auf Stützen komplett im Pazifik steht mit der gigantischen Skyline dahinter, während man selbst von Gebäuden aus der Kolonialzeit umgeben ist. Ein Anblick, der meinen Eindruck nur noch verstärkt hat, dass das meine Stadt ist (vielleicht bloß noch getoppt durch Kapstadt, aber nur knapp).

Wir zogen durch die alten Gassen, bewunderten die Kolonialbauten, teils noch original, teils schon wunderschön restauriert. In vielen der alten Gebäuden sind jetzt Szenelokale, Bars, Restaurants, Hotels oder Fast-Food-Ketten. Aber in vielen leben auch noch die Menschen wie vor 80 Jahren. Es war überwältigend durch die Straßen zu laufen und diese Eindrücke auf sich einwirken zu lassen.

Den Abend ließen wir ganz entspannt am und im Pool auf dem Dach unseres Hotels ausklingen.

Am dritten Tag stand das eigentliche Highlight des Landes auf dem Plan!

Man behauptet, er sei das achte Weltwunder, ein Meisterwerk menschlicher Ingenieurskunst. Er verbindet zwei Ozeane und spaltet zwei Kontinente. Er revolutionierte die Seefahrtindustrie und stellte Rekorde auf.

Natürlich ist die Rede vom Panama-Kanal…

An einem der Schleusenwerke – Miraflores – wurde ein Museum eingerichtet, das die Geschichte, Technik und bauliche Finesse des Kanals präsentiert und darstellt.

Mit nicht ganz billigen 20 Dollar pro Person war man dabei, dafür bekam man aber einen unvergesslichen Einblick in die Geschichte dieses großartigen Bauwerks. Dazu kommt, dass man live mit dabei sein kann, wenn gigantische Containerschiffe oder Kreuzfahrtgiganten mit nur wenigen Zentimetern Abstand durch die Hebewerke geschleust werden.

Ein überragendes Erlebnis das uns zutiefst beeindruckt hat! Wir verbrachten den gesamten Tag auf dem Gelände, im Museum und den Terrassen, sahen zu, wie Schiffe durchgeschleust wurden und genossen für einen kurzen Moment, teil dieses Wunders zu sein, das durch Menschenhand erschaffen wurde!

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