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Belize

Endlich wieder Karibik

Obwohl wir schon viele Landesgrenzen überschritten hatten, gab es an der Grenze zu Belize eine Besonderheit! Diese Grenze war die erste in unserer Reisegeschichte, die wir auf dem Seeweg passieren würden. Alle Ausreiseformalitäten erledigten wir in Chetumal an einem Hafen, der nicht größer war als der Bad Dürkheimer Bahnhof.

Es gab einen Schalter für die Fährtickets, einen Zollbeamten in seinem Büro und mexikotypisch 20 bis an die Zähne bewaffnete Grenzsoldaten, die jedesmal freundlich grinsten und winkten, als Elisabeth an ihnen vorbei lief.

Die Pässe waren schnell gestempelt, unser Gepäck fachgerecht von einem treuen Vierbeiner auf Drogen und Sprengstoff kontrolliert, als unsere Fährpassage schon aufgerufen wurde.

Als wir die Fähre erreichten, waren wir ein wenig geschockt. Was wir erwartet hatten war ein riesiges Schiff, mit Autos und hunderten von Menschen beladen. Was vor uns am Kai lag, war nicht größer als ein Fischerboot. Damit sollten wir uns auf die Überfahrt von fast zwei Stunden begeben?

Naja, nachdem alle Passagiere, von denen wir auf den ersten Blick dachten, dass sie niemals alle auf dieses winzige Schiff passen würden, an Bord waren (und es war erstaunlicherweise noch echt Platz), legten wir schon ab.

Die Überfahrt weckte in uns schon echte karibische Gefühle, denn wir kamen an dutzenden kleiner Inseln vorbei, von denen viele kaum größer als Fußballfelder waren und die nur aus Palmen und Sand zu bestehen schienen. Manchmal war ein kleines Haus oder ein Anlegesteg zu sehen,aber die meisten machten den Anschein, als würde man sie gerade neu entdecken!

Nach zwei Stunden fuhren wir durch einen schmalen Kanal und direkt auf den Hafen einer Insel zu. Und wir reden von DER Insel!

San Pedro

„Last night I dreamed of San Pedro“, so die erste Zeile eines Welthits von Madonna!

Und La Isla Bonita machte ihrem Namen alle Ehre und empfing uns mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang vor riesigen Palmen und schaukelnden Fischerbooten.

Wir wurden vom Manager unseres Hotels standesgemäß mit einem schon von der Isla Mujeres bekannten Golf-Carts abgeholt. Es wurde ein wenig eng, denn eigentlich war das Fahrzeug für vier Personen ausgelegt, jetzt kam noch das Gepäck und der Buggy dazu.

Wir fuhren keine fünf Minuten zu unserem Hotel, die hatten es mir aber vollends angetan. Ich verliebte mich sofort in die Insel. Die engen Gassen, überall die Golf-Carts, Tacco-Stände, Tattoo-Shops und winzige Souvenirgeschäfte säumten unseren Weg. Ich war total begeistert und wusste nicht, wohin ich als erstes sehen sollte.

Die Krönung war aber das Hotel, komplett aus Holz gebaut, direkt am Strand gelegen und mit atemberaubendem Ausblick auf das Meer. Direkt vor der Terrasse und dem Pool waren die Anlegestege und die Schiffe, alles umrahmt von unzähligen Kokospalmen.

Es war das Paradies, Madonna log nicht!

Deshalb verlängerten wir gleich am ersten Abend unseren Aufenthalt um zwei weitere Nächte!

Bei einem Spaziergang durch die Stadt verschafften wir uns einen kleinen Überblick und mein Eindruck verstärkte sich abermals! Ich liebe diese Insel!

Nach einer super angenehmen Nacht und einem atemberaubenden Sonnenaufgang gingen wir erneut in die Stadt, besorgten ein paar Kleinigkeiten, Essen und Getränke und machten, was man auf einer solchen Insel ebenso macht. Wir lagen in Hängematten am Pool oder schwammen eine Runde, planschten mit Elisabeth, tranken Cocktails und genossen einfach die Atmosphäre, die sich uns hier bot!

Und so verging ein Tag nach dem anderen: Pool, Cocktail, Pool, Mittagessen, Pool, Abendessen…

Als es dann doch ein wenig langweilig wurde, mieteten wir uns auch ein Golf-Cart, um mal ein wenig die Insel zu erkunden.

Und wiedermal hat Madonna nicht zu viel versprochen, denn auch das Hinterland und der nördliche Teil – Ambergris Caye – waren atemberaubend schön.

Der einzige Wermutstropfen ist der permanente Plastikmüll, der sich die gesamte Küste entlang zieht und einen echt entsetzt, was wir unserem Planeten eigentlich so antun.

Als wir das sahen, haben wir uns beide entschlossen, dass wir uns ein wenig für den Schutz der Weltmeere engagieren sollten.

Wir planen jetzt nicht, uns mit Pappschildern an den Strand zu stellen und gegen eine Ölbohrinsel zu protestieren oder ein chinesisches Walfangschiff zu versenken, aber wir werden eine Organisation unterstützen, die sich mit der Entsorgung von Plastikmüll aus dem Meer befasst.

Zwei amerikanischen Surfer waren auf einer Bali-Reise so geschockt vom Müll den sie vorfanden, dass sie anfingen, auf eigene Faust das Meer und die Strände vom Plastikmüll zu befreien.

Das zogen sie jahrelang durch, bis sie die Firma 4ocean gründeten und anfingen, mit dem Verkauf von Armbändern ihre Müllentsorgungsaktionen zu finanzieren. Das Konzept schlug so ein,dass sie mittlerweile mehrere Schiffe und Kapitäne unterhalten, mit denen sie Tonnen von Müll aus dem Meer fischen. Außerdem veranstalten und sponsorn sie Events zur Entsorgung von Plastikmüll an Stränden weltweit.

Das Versprechen: „Mit jedem verkauften Armband wird ein Pfund Müll aus dem Meer geholt!“ (www.4ocean.com)

Entgegen aller Schönheit ist San Pedro aber keine typische Badeinsel. Es gibt keine kilometerlangen weißen Sandstrände, keine Hotelburgen und keinen Massentourismus. Im Grunde ist es wirklich der wahrgewordene tropische Inseltraum, in dem man sich einfach verlieren kann…

Da wir nach jetzt vier Wochen Zentralamerika ein wenig die Nase voll von mexikanischem Essen und das Golf-Cart sowieso für 24 Stunden vor der Tür stehen hatten, nutzten wir unsere Chance und fuhren zu einem Burgerladen auf der anderen Seite der Stadt.

Bei einem doppelten Quarterpounder mit Käse und Pommes ließen wir unseren letzten Abend entspannt ausklingen, am nächsten Tag würde die Reise weitergehen.

Bei strömendem Regen packten wir unsere Sachen und machten uns auf zum Fährhafen. Es schien, als würde die Insel wegen unserer Abfahrt weinen… und mir ging es ähnlich.

Auf der anderen Seite freute ich mich, denn es ging nicht zurück aufs Festland, sondern auf die nächste Insel: Caye Caulker.

Anmerkung von Sarah:

Ich habe San Pedro etwas anders empfunden: viel zu voll (Amis), viel zulaut (Golf-Carts und Amis), viel viel viel zu teuer und irgendwie nicht das, was ich mir unter einer tropischen Insel vorstelle. Ohne Zweifel, es war wirklich toll dort, auch mir hat es gut gefallen, morgens die Zimmertür unseres Hotelzimmers zu öffnen und direkt aufs Meer zu blicken und die Atmosphäre in unserem Hotel war super (großartiger Pool, tolle Angestellte und interessante Gäste) aber eigentlich habe ich San Pedro nur als eine (viel zu vollgestopfte) Stadt am Meer empfunden! Und wenn man sich wirklich ein paar Kilometer mit dem besagten Golf-Cart ins Hinterland begibt, wird man am wohl schönsten Strand der Insel (die anderen Strände sind aufgrund des Seegrases nicht badetauglich) ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Für eine Liege am Strand zahlt man nichts, man muss aber dafür im dazugehörigen Restaurant etwas konsumieren. Und dabei langt leider keine Limo oder ein Bier (für über 4 €!!!) sondern es muss ein Mindestumsatz von ca. 20 Euro erbracht werden. Und nur damit ich am einzigen Strand von Ambergris Caye baden darf sehe ich das mal gar nicht ein. Meiner Auffassung nach ist es total versaut worden von den vielen Touristen.

Caye Caulker

Mit der Fähre eine halbe Stunde südlich von San Pedro gelegen, verkörpert diese Insel eigentlich noch mehr den Traum eines tropischen Paradieses. Es gibt keine Autos (nur Golf-Carts), keine Asphaltstraßen, keine Eile.

Denn das Motto der Insel ist „GO SLOW“, und das merkt man an jeder Ecke und an jedem Bewohner hier.

Der südliche, bewohnte Teil der Insel ist ungefähr so groß wie der Flughafen Zweibrücken (wobei der sogar noch ein wenig größer ist). Wenn man hier ein Taxi nimmt (also ein Taxi-Cart), dauert es länger,den Motor anzuwerfen, wie einfach dort hin zu laufen, wohin man möchte!

Der nördliche, fast unbewohnte Teil der Insel ist durch den Split, einem ungefähr 10 Meter breiten Streifen Wasser getrennt. Vor einigen Jahren soll bei einem Hurricane die Insel in der Mitte „zerbrochen“sein, bzw. die dünnste Stelle wurde weggespült und so der Split entstanden sein. Ob es stimmt oder nicht, fanden wir nie heraus.

Am Split, der von unserem Hotel ungefähr fünf Minuten zu Fuß entfernt lag (und unser Hotel war im untersten Drittel!!) waren diverse Bars, Restaurants und Souvenirstände, alles überragt von unendlich vielen Kokospalmen.

Was den Eindruck der Tropischen Insel aber perfekt machte, war die Tatsache,das jede Straße und jeder Weg aus festgefahrenem Sand und Muschelschalen besteht, und einfach jeder Barfuß läuft. So passierte es, dass wir drei Tage lang keine Schuhe trugen.

Weder in Restaurants, noch in Bars, noch auf der Straße. Nirgends und Niemand trug Schuhe! Karibik, wir lieben dich!

An den größeren Wegen und Richtung Split reihen sich Essensstände aneinander, die von Ihren Besitzern lautstark angepriesen werden und die sich mit Tagesangeboten überhäufen. Vielen bestehen lediglich aus einem Grill, einem Tisch und vier Stühlen.

Und an einem dieser Stände konnten wir nicht vorbeilaufen, denn es gab einen ganzen Hummer für neun Euro. Lebend! Also man konnte ihn sich lebend raussuchen, auf dem Teller war er dann nicht mehr ganz so fit. Dazu Kokosreis.

Ich bin eigentlich nicht so der Freund von Hummer, da am Schluss immer mehr übrig bleibt, als man im Bauch hat, aber bei so einem Angebot konnte ich nicht ablehnen.

Meine Frau nahm das Steak vom Schwein.

Ich suchte mir also mein Opfer aus und das schlechte Gewissen vertrieb fast meinen Hunger, als ich sah, wie das Tier in der Mitte zerteilt wurde und auf dem Grill landete.

20 Minuten später gab es überragend gegrillten Hummer, Steak und eine eiskalte Coke, ohne Schuhe am Straßenrand unter Palmen, das Meer keine fünf Meter entfernt.

Witzigerweise dachten wir nicht an den Haken an dieser Sache. Wir fragten nämlich nicht, was das Steak kosten sollte, es wurde ja nur der Hummer lautstark angepriesen.

Und so traf uns fast der Schlag, als die Rechnung kam und das Steak teurer war als der Hummer! Eigentlich logisch, denn wir hatten hier noch kein Schwein rumlaufen sehen. Der Fisch kommt direkt aus dem Meer, das Fleisch muss per Schiff angeliefert werden…

Ein solches Inselleben einmal zu erleben ist überragend, ich muss nur leider gestehen, dass es schnell langweilig wird. Und so zog es uns nach drei Tagen auch schon wieder weiter, wieder aufs Festland. Einem unschlagbaren Angebot der Fährgesellschaft folgend, nahmen wir die Morgenfähre nach Belize-City und von dort aus den Bus nach Flores, Guatemala.

Was schnell in einem Satz gesagt ist, war eine gewaltige Tortur, aber davon ahnten wir noch nichts… Zum Glück!

Auch hier noch eine Anmerkung von Sarah:
Caye Caulker empfand ich noch viel weniger als tropisches Paradies! Auf der ganzen Insel gibt es keinen wirklichen Strand (für mich DAS Merkmal einer tropischen Insel) und auch hier wird man ziemlich zur Kasse gebeten. Z.B. gibt es auf der Nordinsel den wohl einzigen schönen Strand, aber auch hierfür muss man mindestens 15 € pro Person Mindestverzehr erbringen, nur damit man an einem schönen Strand liegen darf! Es war ganz nett auf Caye Caulker aber die zwei Tage dort haben auch wirklich gereicht, zumal man hier, da es so klein ist, nichts machen kann (außer Schnorchelausflüge für viel zu viel Geld). Zumindest zum Fotos machen mit der Drohne taugt die Insel, der Split sieht aus der Vogelperspektive beeindruckend aus.

Wir haben gemerkt, dass wir wohl zwei komplett verschiedene Vorstellungen davon haben, was ein „tropisches Paradies“ ist aber am Ende sind wir uns einig, dass wir die Zeit dort – dank der Wärme und dem Meer vor der Tür (wenn auch nur zum Anschauen und nicht badetauglich) – trotzdem sehr genossen haben 🙂

2 Antworten auf „Belize“

Wuensche Euch vom anderen Ende der Welt ein gesegnetes Weihnachtsfest und guten Rutsch nach 2019 mit vielen tollen neuen Erlebnissen

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