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Unser Reisemobil Weltreise

Das letzte viertel Jahr

Der 6. März 2017:

Vor Ehrfurcht konnte ich kaum atmen als ich gegen 20 Uhr meine kleine Tochter das erste Mal auf dem Arm hielt.
Die Zeit blieb in diesem Moment stehen, alles war vergessen. Die Reise, die Umbauten, der Stress und die harten Nächte, all der Streit, den die letzten Wochen und Monate unausweichlich heraufbeschworen hatte. Es zählte nur noch dieser eine Moment!
Unsere Tochter, geboren um 19:38 Uhr, erfreut sich bester Gesundheit, hatte zarte 2850 Gramm, war 50 cm groß und trägt den Namen Elisabeth, nach unserer beider Mütter Zweitnamen.

Aber die Euphorie vergeht schnell, wenn mal die ersten Nächte kommen – mit Geschrei erfüllt – und stundenlanges Herumtragen zur Tagesordnung gehört. In diesen Momenten fallen einem die ganzen tollen Horrorgeschichten von anderen Eltern ein, die man zwar lächelnd aufgenommen hat, aber niemals darauf vorbereitet ist, wenn es dann tatsächlich eintrifft…

Aber mit einem Lächeln, auch wenn es nur im Schlaf ist, ist alles sofort wieder vergessen!

Was uns auch jeder gesagt hat, was wir aber auch mit einer Handbewegung abgetan haben, ist die Tatsache, dass man mit einem Baby überhaupt keine Zeit mehr hat…
Auch die Erfahrung mussten wir machen und können sie leider auch nur bestätigen… Es stimmt…

Aber die Zeit vergeht, der Tag X rückt unaufhaltsam näher. Mit Tag X meine ich meinen letzten Arbeitstag, der Auszug aus unserer Wohnung und das Auflösen all unserer Verträge zum 31.5.17.

Ein schwerer Tag war für mich der Moment meiner Kündigung im Media Markt, 15 Jahre stecken einem dann doch etwas tiefer in den Knochen und bei einem Chef wie unserem schmerzt der Abschied dann doch mehr als vermutet.
Zwar habe ich erst zum 31.8.17 gekündigt, aber mit zwei Monaten Elternzeit, meinem gesamten Resturlaub und eine paar zusammengekratzten Überstunden kam ich auf einen letzten Arbeitstag am 30.5.17.

Wir werden für die restliche Dauer unseres Aufenthalts in Deutschland, unterbrochen von einem kleinen Trip für 4-6 Wochen nach Frankreich und Großbritannien, bei meinen Eltern wohnen. Zum einen, dass die Großeltern noch ein wenig was von Ihrem Enkel live miterleben und nicht nur über einen Tablet-PC, zum anderen natürlich auch aus finanzieller und organisatorischer Sicht. Denn die Miete, die man spart, ist nicht unerheblich. Ebenso ist es für uns deutlich einfacher, alles zu erledigen, weil auch mal jemand anderes da ist, der auf Elisabeth aufpassen kann.

Und so war die letzte Maiwoche schneller da, als uns lieb war. Es wurde hinten raus dann doch etwas stressig, alles unter einen Hut und in die richtigen Reihenfolge zu bekommen…

Das Packen und Wegfahren all unserer Sachen die nach Bad Dürkheim gingen mit Hilfe des Transporters meines Arbeitgebers.
Das Einpacken der Dinge die bei meiner Schwester eingelagert werden. Das Abbauen aller Schränke für die Umzugsfirma, die ebenfalls alles dort hin karren sollte und das Weiterreichen all der Dinge, die wir behalten, die aber Anderen nützlicher sind, als dass wir sie auf einem Speicher verrotten lassen wollten.

Am 25.5.17 standen wir in unserer leeren Wohnung, alle Löcher waren zugespachtelt und das Auto mit den letzten verbliebenen Habseligkeiten stand beladen auf der Straße.
Ein wenig wehmütig schlossen wir ein letztes Mal die Wohnungstür ab… Das nächste Mal würde das Schloss am 31.5.17 zur Wohnungsübergabe betätigt werden.

Eine knappe Woche später feierte ich feuchtfröhlich meinen Ausstand im Markt mit allen anwesenden Kollegen, wohl wissend dass eine richtig fette Abschiedsparty noch folgen würde! Ein Tag später übergaben wir die Wohnung der GAG, die letzten 8,5 Jahre fanden an diesem Tag einen endgültigen Abschluss.

Aber ein Highlight gab es an diesem Tag noch, unsere Kleine Tochter bekam mit ihren 12 Wochen ihren ersten ECHTEN Reisepass, ihr ganz persönlicher Schlüssel zur Welt!

Zwei Tage später waren wir und unser Auto wieder offiziell Dürkheimer!

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