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Unser Reisemobil

Wochenende Innenausbau

Freitag morgen, ich würde lügen wenn ich sage, wir sind nur zum arbeiten hier. Auch wenn wir unsere halbe Wohnungseinrichtung dabei hatten war dieses Wochenende des Spaßes und des Zusammenseins gedacht. Natürlich auch zum Schränke bauen.
Entspannt um 10 Uhr begannen wir mit ausladen, ausräumen und aufbauen. Kappsäge, Akkuschrauber und Co. fanden ihren Platz für die nächsten 4 Tage und schon ging die erste Kiste in Produktion.

DSC_0487Eine kleine Erklärung zum Bau der einzelnen Schränke: Die Teile dafür kommen von 4×4-Innenausbau und werden Meterweise geliefert. Aluprofile verschiedenster Bauart bestellt man nach Bedarf und Art der Schrankes in Meterware, genau wie die Wandplatten. Die kommen in 125 x 80 cm Größe in der jeweiligen Wunschfarbe. Alle Verbrauchsmaterialien wie Nieten, Schrauben usw. muss man auch mitbestellen. Man steht also vor einem Karton mit 4 riesigen Platten, Profile und Winkel liegen in 2-Meter-Stücken davor und daraus soll dann ein Schrank mit Türen und Einlegeböden werden… Na dann auf ans Werk! (Die Schnittmustertabellen bekommt man übrigens auch von 4×4-Innenausbau nachdenen man sein Material bestellt. Diese dienen dann auch als Bauanleitung.

DSC_0486Ein Herausforderung ist es schon aus losem Material einen kompletten Schrank zu zimmern! Wir reden hier schließlich nicht von einem Paket aus dem Ikea, wo alle Löcher schon vorgebohrt sind und man lediglich einen 5er Inbus braucht, um ein komplettes Wohnzimmer zusammen zubauen.

Aber wir ließen uns nicht entmutigen…

DSC_0492Die Säge ging durch die Aluprofile wie Butter und kurze Zeit später stand der erste Korpus eines Radkastenschrankes (Schrank über dem Radkasten mit einem 90-Grad-Ausschnitt auf der Rückseite, damit er komplett an die Wand passt), der mit Kunststoffecken die Profile zusammenhält. Dieser wurde ausgerichtet und angepasst. Für das erste Mal, ohne jegliche Zeitverständnis wie lange sowas dauern kann hatten wir das Gefühl wir würden rasend schnell vorankommen und den gesamten Ausbau bis zum nächsten Morgen hinter uns bringen. Was sollten wir dann den Rest des Wochenendes machen… Aber weit gefehlt.

DSC_0494DSC_0493Bis die Wandplatten zugesägt und an die Profile angepasst waren, die Wände vernietet und Scharniere gesetzt waren, neigte sich die Sonne stark dem Horizont entgegen. Nach 7 Stunden beendeten wir stolz wie Bolle den Bau unserer aller ersten Kiste, pünktlich mit dem Eintreffen der gesamten Familie Scherer zum gemeinschaftlichen Grillabend.

Ob sie perfekt geworden ist, ließen wir den Profi entscheiden. Philips Vater Frank hat sich selbstständig gemacht mit Offgemoebelt.de und baut professionell diese Art der Innenausstattung für Fahrzeuge aller Art.

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Ein kritischer Blick und mit einem „fürs erste Mal ganz gut“ wurde unsere Arbeit abgenickt und sich lieber dem Black Label zugewandt, den wir mitgebracht hatten.

Tag 2, Samstag

9 Uhr morgens… Allgemeine Katerstimmung, in der Flasche Whisky war noch ein kläglicher Rest und die Bierreserven hatten schwere Verluste erlitten…

DSC_0497Ein gemeinsames Frühstück stärkte uns für den heutigen Tag. Dieses Mal sollte ein Hochregal entstehen, das, wenn es fertig ist, 6 verscheiden große Kunststoffboxen der Firma Really Useful aufnehmen soll.

Da wir langsam ein Zeitgefühl für den Bau entwickelten, planten wir nur mit dem Schrank bzw. Regal für den Tag. Es klappte alles gut, bis um 2 Uhr stand der fertige Korpus mit Wänden, die Böden folgten. Da traten dann aber die Probleme auf. Aus dem Nichts in einen 130 cm hohen Schrank fünf gleiche Böden einzupassen, ohne Hilfslinien, Vorbohrungen oder anderer Hilfen haben wir fast 3 Stunden gebraucht, bis die Böden eher schlecht als recht ihren Platz fanden und festgenietet wurden.

Wieder ging der Tag schneller rum als uns lieb war und als der Grill angeworfen wurde setzte ich die letzten Nieten.

Mit Bier, Steak Brot ließen wir den Tag auslaufen, gespannt was der morgige bringen würde.

Tag 3, Sonntag

Ein wenig müde, aber frohen Mutes und motiviert, da bisher alles ganz gut geklappt hat machten wir uns gegen 11 Uhr (es ist Sonntag!!) an unseren dritten Schrank. Wieder ein Radkastenschrank mit Aussparung, aber etwas abgewandelt. Er Sollte an die Ladekante kommen, an der Ladefläche mit Alutop verbunden ist, genau hinter den Heckscheinwerfern. Da hat die Ladefläche noch eine Kante, in der normalerweise die Heckklappe sitzt und in der jetzt das Top anschließt. Also brauchten wir einen Schrank mit 10 cm Aussparung in der linken hinteren Ecke, also ein Radkastenschrank auf der Seite… Lange Rede, kurzer Sinn… kannten wir schon, also kein Problem. Profile zugeschnitten, Holz auch… Passte nicht… Warum???!! Zu vorschnell. Zu übermütig.

Nach ein bisschen bearbeiten mit dem Hammer und der Säge fummelten wir das Ding zusammen, schnell die Nieten reingejagt bevor es wieder auseinanderfällt…

Das war der Fehler. Und das wir ihn nicht nochmal im Fahrzeug direkt ausgemessen und angepasst haben. Aber davon ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nix (es war gegen 15 Uhr).

DSC_0498Da der Schrank einen Wasserkanister für die Versorgung der Spüle aufnehmen sollte bauten wir die die Halterungen für den Tank und passten diesen im Schrank an. Der Tank, ein 24-Liter-Behälter besitzt weder Anschlüsse noch Vorbohrungen, was von uns so gewollt war, damit wir ihn optimal an unsere Bedürfnisse ausrichten können.

Halterungen passten, Tank auch, die Anschlüsse waren gesetzt (und dicht) und verbunden.

Jetzt wollten wir den Schrank ins Auto wuchten, um uns an unserm heutigen Werk zu ergötzen… Aber nix wars…

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Der Schrank war an der linken Seite über 1 cm tiefer als rechts, was uns durch die Aussparung aber nicht auffiel. Er passte nicht, war böse schief und in sich verdreht… Wenn er auf dem Boden steht, fällt es garnicht auf, aber im Auto, im Vergleich zu den beiden fertigen Schränken merkt man den Unterschied ganz gewaltig.

Da machte es auch nicht mehr viel, dass die Tür nicht zu geht… Der Tank blockiert den Schließer der Tür. Ich hatte nie die Tür mit eingesetztem Tank probiert, nur ohne…

Es gibt Moment, in denen man einfach nur heulen möchte. Die hatten wir die letzten 2 Wochen nur zu oft, aber in diesem Moment gipfelte alles.

Nach einem derartigen selbst produzierten Tiefschlag hatte keiner mehr wirklich Lust auf Arbeiten. Also entschieden wir uns Essen zu gehen. Wir wollten uns sowieso bei Philip und Franzi für die vier Übernachtungen bedanken und da bot sich ein Essen geradezu an.

Wir speisten vortrefflich in einem Burgerrestaurant mit Hotel namens Engel! Der Hammer!

Nebenbei lief das Deutschlandspiel, von dem wir aber nicht viel mitbekamen, da uns die Burger dermaßen in ihren Bann zogen. Nach einem genialen Nachtisch (Hot Brownies mit Vanilleeis) machten wir uns gestärkt und wieder halbswegs motiviert auf den Weg nach Hause.

Da entschieden wir dann auch, dass wir noch ein bisschen weiter arbeiten wollten, um die Missetat des Tages ein klein wenig auszubügeln.

Um Halb 12 machten wir dann tot müde Feierabend, aber mit der Gewissheit, doch noch ein kleines bisschen was geschafft zu haben, denn wir haben noch zwei weitere Kisten angefangen und die haben auf Anhieb mal gut geklappt!

Tag 4, Montag

Da wir gestern totmüde ins Bett bzw. den Schlafsack gefallen waren, waren wir dementsprechend fit an diesem Morgen… Also alle außer meiner Frau… Die war so zerstört, dass wir sie haben liegen lassen.

Die erste Amtshandlung des heutigen Tages war es, in den Baumarkt zu fahren und die am Wochenende verschlissenen Teile wie abgebrochene oder stumpfe Bohrer zu ersetzen und ein bisschen Kleinkram einzukaufen.

DSC_0503Danach machten wir uns direkt wieder ans Werk, denn heute war der letzte Tag und wir wollten bis um 5 Uhr noch ein bisschen was geschafft haben. Mittlerweile war auch meine Frau wach und fit (zu 85% vielleicht) und wir kamen gut voran. Die Schränke nahmen Gestalt an, die Pechsträne von gestern war endgültig vorbei.

Gegen 16 Uhr, als dann auch die Akkuschrauber aufgaben, machten wir uns langsam ans reinemachen und Werkstatt aufräumen. All unser Werkzeug musste noch sortiert werden, damit nix zurückgelassen oder vergessen wurde, alles gefegt und eingepackt werden.

Es war ein geniales und lustiges Wochenende mit Höhen und Tiefen, aber hat richtig Spaß gemacht und wir haben, als wir geladen hatten doch gemerkt, dass wir einiges geschafft hatten. Was nicht fertig war, wurde sorgfältig verpackt damit es keinen Schaden nahm, und auch das Wetter nahm wehmütig Abschied. Wir hatten noch nicht das Top abgeschlossen, als ein Wolkenbruch niederging, der seines Gleichen suchte. Das zwang uns ins Haus, wo wir uns dann ausgiebig verabschiedeten und uns dann in den Feierabendverkehr stürzten. Keine gute Idee…

Nach zweieinhalb Stunden Stau und zähfließendem Verkehr erreichten wir unser Zuhause.

5 Antworten auf „Wochenende Innenausbau“

Danke für den Beitrag. Bei uns wird es auch bald mit dem Innenausbau beginnen. Wir wollen dafür aber lieber einen Profi beauftragen damit wir keine Fehler machen und da wir nicht so viel Zeit haben.

Ja, zeit- und vor allem nervenraubend ist es sehr und Fehler haben wir auch viele gemacht, wie ihr in unserem aktuellen Beitrag lesen könnt.
Aber wie heißt es so schön: “aus Fehlern lernt man” und tatsächlich haben wir uns dadurch auch viel selbst beigebracht.
Wir wünschen euch aber natürlich trotzdem ganz viel Spaß mit eurem Projekt! :o)

Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Schön zu sehen, dass man da mit Spaß bei der Sache ist. Lese immer wieder gerne Ihre Artikel.
Mit besten Grüßen
Jan

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